Hendrik Rost

Im Atemweg des Passagiers

Gedichte
Cover: Im Atemweg des Passagiers
Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783892449942
Gebunden, 96 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Rosts Aufmerksamkeit gilt immer wieder der Natur. Er betrachtet sie mit einer Neugier, die an den Medien geschult ist. Gefühl, Analyse, Anschauung, dieser Dreisprung bezeichnet Reiz und Geheimnis der Gedichte Hendrik Rosts. Das Eigene jedweden Gegenübers wird so "das zweite Mal zum ersten Mal" erlebt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.12.2006

Beim Lesen von Hendrik Rosts Gedichten fühlt sich Katharina Döbler an einen Atelierbesuch erinnert, bei dem man auf "verschiedene Stadien des Versuchs" stößt. Negativ meint sie das nicht, im Gegenteil: Die Lyrik des 1969 geborenen Rost findet sie "nachdenklich", sie entdeckt in ihnen "etwas Schwebendes" und weiß auch, wie dem jungen Autor das gelingt: Rost nehme Momentaufnahmen als Impuls für seine Gedichte, die sich dann "mit den Gedankenschleifen des Autors in Richtung Erkenntnis bewegen." Er starte beispielsweise mit der Betrachtung keimender Kartoffeln unter dem Spülbecken und endet bei der Utopie. Am besten gefallen der Rezensentin die Naturgedichte, besonders das vom Igel, weil der Autor hier die eindrücklichsten Beschreibungen findet. Dass dagegen nicht bei allen Stücken der Sprung vom Einfachen zur Dichtkunst gelinge, stört sie nicht. Denn schließlich seien es viele Gedichte, die hier vorgelegt wurden, und Rost, der sich auf eine Ebene mit dem Leser stelle, verleihe ihnen "Anmut".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2006

Rezensent Walter Hinck beschreibt die Texte des vierten Lyrikbandes von Hendrik Rost als "Innenaufnahmen des Bewusstseins". Sie zeichnen sich für ihn besonders durch "gespannte Wachsamkeit für den Augenblick", aber auch durch eine Art "driftenden Realismus" aus, wie er es in Anlehnung an ein Rost-Gedicht formuliert. Damit hebt Hinck eine Haupteigenschaft dieser Lyrik hervor, nämlich Gedanken nicht in die philosophische Abstraktion zu treiben, sondern stets in der Anschaulichkeit zu verankern. Manche zivilisationskritische Töne der Gedichte findet Hinck systemimmanent, wenn auch poetisch-ironisch grundiert. Nur sehr selten bemängelt er etwas bemüht klingende Vergleiche und Bilder.
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