Eine junge Wissenschaftlerin stürzt von einem Hochhaus in Boston. Detective Vince Brickle ermittelt und stößt rasch auf eine Reihe von Ungereimtheiten: Die Tote forschte am Virologischen Institut an einem wichtigen Projekt und stand kurz vor dem Durchbruch. Zusammen mit dem Virologen Frank findet Vince heraus, dass die Wissenschaftlerin ein neues gefährliches Virus so manipuliert hat, dass es als tödliche und zielgerichtete Waffe eingesetzt werden kann. Plötzlich finden sich die beiden im Zentrum eines Wettstreits zwischen Forschung, US-Militär und einem chinesischen Pharmakonzern wieder.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2025
Rezensent Fritz Göttler sieht im Thriller des Virologen und neuen CDU-Bundestagsabgeordneten Hendrik Streeck eine Mischung aus fachlicher Detailtreue und klischeehafter Krimihandlung. Das Szenario: eine junge Wissenschaftlerin bringt sich mutmaßlich um, weil sie sich mit dem neuen, mysteriösen M9-Virus infiziert hat, resümiert der Kritiker. Die Schilderung der Virologie-Welt überzeugt durch "lustvolle" Detailtreue und auch, wenn es um den Druck in der Forschung und den Kampf um Fördergelder geht. Weniger gelungen findet Göttler jedoch den Kriminalroman-Aspekt: Der Ermittler Vince Brickle sei ein typischer Einzelgänger-Cop, dem "drei erfolgreiche Cops früherer Generationen im Nacken sitzen". Klischeehafte Elemente wie das "Einzelgänger-Syndrom" des Kommissars oder Querelen mit dem Chef trüben das Bild, moniert der Kritiker. In seinem Nachwort betont Streeck, dass er für "bessere Arbeitsbedingungen" in der Wissenschaft eintreten wolle. Göttler bleibt jedoch skeptisch, ob Streecks optimistische Sicht auf die Politik realistisch ist. Auf die USA, wo Streek sein Buch spielen lässt, kann man jedenfalls im Moment offensichtlich nicht optimistisch blicken, schließt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.02.2025
Hendrik Streecks erster Roman darf auch gerne sein letzter bleiben, findet Rezensentin Miriam Zeh. Denn es ist ziemlich schwerfällig, meint sie, was der während der Corona-Pandemie prominent gewordene Virologe und - jetzt auch - Politiker hier fabriziert. Streeck orientiere sich an Fernsehkrimiformaten und lasse einen Detektiv namens Vince Brickle nach dem Tod einer Virologin ermitteln. Ein Virus kommt natürlich auch vor, heißt es weiter, wobei Streeck darauf hinweist, dass dieser rein fiktiv sei, wie er überhaupt viel und ausführlich erklärt in diesem Buch. Insbesondere das Innenleben der Wissenschaft wird ausführlich ausgeleuchtet, was, so Zeh, prinzipiell interessant sein mag, aber nicht zum Genre des Romans passe. Die Figuren findet sie jedenfalls blass und auch Streecks Absicht, eine Lanze für Kooperation statt Egoismus in der Wissenschaft zu brechen, reißt es für die insgesamt wenig amüsierte Rezensentin nicht raus.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…