Ausgehend vom 16. Jahrhundert über Humanismus und Aufklärung bis in die neueste Zeit beschreibt Graf Reventlow die zentrale Rolle der Bibel in den geistigen und politischen Auseinandersetzungen im neuzeitlichen Europa. Anhand von Lebenslauf und Werk führender Theologen, Politiker und Philosophen entfaltet sich das Bild eines vom jeweiligen Geist der Zeit geprägten Bibelverständnisses. Ein Ausblick bis zur Gegenwart beschließt den Band. Mit Band 4 ist Reventlows Überblick über die Geschichte der Bibelauslegung vom Alten Israel bis zum 20. Jahrhundert nun komplett.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2002
Offensichtlich hat Marius Reiser die Geschichte der Bibelauslegung von der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert mit großem Interesse verfolgt. Mehr als dreißig Personen stellt Henning Graf Reventlow in seinem vierten und letzen Band seiner Reihe vor, jeweils mit kurzer Biographie und Angabe der Bedeutung für die Exegese. "Insgesamt gut getroffen" findet der Rezensent Reventlows Auswahl, sind darin doch beleibe nicht nur geistliche Größen vertreten, sondern auch Geister, die eher dem philosophischen oder literarischen Feld zugerechnet werden: Hobbes und Locke sind ebenso vertreten wie Spinoza und Lessing. Auffallend sei, wie wenige Katholiken an dieser "Forschungs- und Leidensgeschichte" der Bibelauslegung beteiligt waren, bemerkt Reiser. Sein Resümee: Die einzelnen Artikel ermöglichen dem Leser einen wirklich unabhängig-kritischen Zugang zur Bibel und schaffen ganz nebenbei und unaufdringlich ein "Bild der ganzen Epoche".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001
Der Bochumer Bibelforscher hat ein Mammutprojekt zum Abschluss gebracht. Vier Bände der "Epochen der Bibelauslegung", der erste erschien 1990, liegen nun vor, der Autor darf sich voller Genugtuung zurücklehnen, schreibt Kurt Nowak. Doch ist der Rezensent mit dem Ergebnis nicht ganz einverstanden. Henning Graf Reventlow, in der Wissenschaft als kundiger Kenner des Alten Testaments hoch geschätzt, hat zwar viel durchleuchtet, doch auch vieles aus methodischen Gründen kaum oder gar nicht berücksichtigt, beschwert sich der Rezensent. In den letzten zwanzig bis dreißig Jahren habe die Forschung einige historisch-philologische und hermeneutische Revolutionen erlebt, die den Autor anscheinend recht unbeeindruckt ließen, jedenfalls deute er sie allenfalls als Turbulenzen, ärgert sich Nowak. Und so erfährt der Leser zwar detailreich viel über etablierte Exegese, aber nichts über die kulturgeschichtliche Rezeption der Bibel, bedauert der Rezensent.
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