Henning Rischbieters Erinnerungen reichen über fast acht Jahrzehnte zurück und decken somit einen Großteil des vergangenen Jahrhunderts ab - des Jahrhunderts der Extreme. Der leidenschaftliche Theaterkritiker erzählt lakonisch und pointiert und lässt seine Leser teilhaben an der Geschichte des bundesdeutschen Theaterlebens und seiner Protagonisten. Als Mitbegründer und Herausgeber der renommierten Zeitschrift "Theater heute" hat er die Aufführungspraxis tätig begleitet und mitgeprägt. "Kein Unverzichtbarer im Theater heute", so Ivan Nagel, "hätte es ohne Rischbieter und sein Theater heute geschafft".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2010
Henning Rischbieters Erinnerungen schätzt Till Briegleb wegen ihres unsentimentalen Tons und des unprätentiösen Stils. Der Theaterkritiker und Mitbegründer von "Theater heute" legt so gar nichts Eitles oder Selbstgerechtes an den Tag und erzählt von seinem Leben vor allem in Begegnungen mit anderen, was der Rezensent sehr sympathisch findet. Überhaupt, so einen "Typ des Kritikers" gibt es heute gar nicht mehr, sinniert der Rezensent in Hinblick auf die standhaft sozialdemokratische Haltung des Kritikers, dessen intellektuelles Leben sich im Kreis von Schauspielern und Regisseuren und in durchaus "patriarchalem Gestus" abspielte. Die daraus resultierende "abschätzige" Haltung gegenüber Frauen allerdings ist etwas, was Briegleb in diesen Memoiren negativ aufgefallen ist, wenn er sie auch nicht dem Autor allein in die Schuhe schieben will, sondern sie als typisch für "von Männern dominierte Bildungselite" der Zeit einordnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2009
Die Erinnerungen von Henning Rischbieter, Theaterkritiker und Gründer von "Theater heute", hat Peter Iden mit Interesse gelesen. Sie geben Einblick in Kindheit und Jugend, stellen die wichtigen Begegnungen in seinem Leben, vom Deutschlehrer bis zu Botho Strauß, heraus und geben nicht zuletzt eine Vorstellung von der Rolle der Geselligkeit im Leben des Theatermannes, so der Rezensent. Besonders die vielen Persönlichkeiten, die Rischbieter in seinen Memoiren als für sein Leben prägend vorstellt, machen die Lektüre so reizvoll, findet Iden, und das sogar, wenn man diese Personen heute gar nicht mehr kennt. Aus den vielen Erinnerungen des heute Zweiundachtzigjährigen kann man damit auch so etwas wie ein "Stimmungsbild" der BRD herauslesen, wie Iden freundlich feststellt.
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