Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann. Der Schwede möchte seine Ruhe haben. Umgekehrt lässt er auch andere in Ruhe. Oft wird dieser tiefe Wunsch nach Unabhängigkeit als Gefühlskälte missverstanden. Doch der Schwede lebt das Ideal der Gleichheit. Was allerdings bedeutet das für die Gesellschaft? Was für die Politik? Und was können wir in Deutschland daraus lernen? Die beiden Historiker Henrik Berggren und Lars Trägårdh setzen sich mit der Geschichte des Wohlfahrtsstaates auseinander und mit der Befreiung des Individuums aus sämtlichen zwischenmenschlichen Abhängigkeiten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2016
Rezensent Aldo Keel honoriert Seriosität und Informationsgehalt von Henrik Berggrens und Lars Trägardhs Buch über den schwedischen Wohlfahrtsstaat, bedauert die "holprige Übersetzung", lässt sich darüber hinaus jedoch zu keiner direkten Bewertung hinreißen. In seiner umfangreichen Zusammenfassung vollzieht er These und Argumentation der beiden Historiker nach und liefert einen aufschlussreichen Überblick über die Geschichte des "schwedischen Staatsindividualismus" von seinen Wurzeln im Mittelalter über den Bau des "Volksheims" in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts bis zu den heutigen "Parallel-Kulturen" der "Einwanderer-Ghettos". Den beiden Autoren, so macht er deutlich, gehe es dabei darum, die Ursprünge des schwedischen Wohlfahrtsstaates weniger in einer kollektivistischen Idee als in der Verbindung des Ideals der Gleichheit mit dem des Individualismus.
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