Stimmungsberichte von Inlandsgeheimdiensten zählten daher in Diktaturen zu den wichtigsten Informationsquellen der Staats- und Parteiführungen. Dies galt auch für die DDR, in der das Ministerium für Staatssicherheit die SED-Führung regelmäßig über die Stimmung im Land unterrichtete. Der vorliegende Band stellt diese Stimmungsberichte in den breiteren Kontext der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Neben den Informationen des DDR-Staatssicherheitsdienstes behandeln die Beiträge auch Stimmungsberichte aus anderen kommunistischen Diktaturen wie der Sowjetunion, Bulgarien, China oder der ČSSR. Dabei geht es in synchroner wie in diachroner Perspektive um die Inhalte der Berichte, ihren Aussagewert, ihre Entstehungsbedingungen sowie ihre Rezeption durch die jeweilige politische Führung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2018
Joachim Scholtyseck freut sich zu sehen, dass mit dem von Daniela Münkler und Henrik Bospinck herausgegebenen Sammelband sogar der schwierigen Quellenlage in Diktaturen noch Herr zu werden ist und das tatsächliche Wissen der Geheimdienste über das Volk dechiffriert werden kann. Vor allem die Sachlage in der DDR interessiert den Rezensenten. Hier können ihm die Autoren gediegene Quellenkritik liefern, ehe sie erklären, dass die Stasi sehr wohl realistische Erkenntnisse zur Stimmung im Land besaß. Weniger gut gefallen haben Scholtyseck die Beiträge zu den sowjetischen, bulgarischen, polnischen und chinesischen Überwachungsbehörden. Sie wirken kaum kontextualisiert, findet er. Einen guten Überblick über den Wissensstand der kommunistischen Führer bietet der Band laut Rezensent aber dennoch.
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