Mit 34 Farb- und 59 Schwarzweiß-Abbildungen. Die hauptamtlichen Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit fertigten Millionen Fotografien an. Sie selbst sind äußerst selten darauf zu sehen. Die Stasi schützte so ihre geheimpolizeiliche Arbeit. Hier werden nun erstmals in einem eigenen reich bebilderten Band die Menschen gezeigt, die normalerweise hinter der überwachenden Kamera standen. Das Buch ist Ergebnis einer breiten Recherche im Stasi-Unterlagen-Archiv nach Aufnahmen von hauptamtlichen Mitarbeitern der DDR-Staatssicherheit, das weitgehend unveröffentlichtes Bildmaterial zu Tage förderte. Ergänzt durch biografische Skizzen zu den Fotografierten entsteht so ein besonderer Einblick in den Alltag der Geheimpolizisten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2025
Rezensent Bernd Stiegler bleibt das Lachen sozusagen im Hals stecken beim Betrachten der Aufnahmen in Philipp Springers Bildband mit Fotos aus dem Arbeitsalltag des MfS. Zu sehen sind konspirative Wohnungen, Lenin im Bücherregal, Geheimkameras und angeklebte Bärte. Was aussieht wie Stills aus einer Agentenkomödie, dokumentiert laut Stiegler eine historische Tragödie. Auch wenn Springer semantisch mitunter ganz schön dick aufträgt, wird für Stiegler auf den im Grunde banalen Fotos die "Struktur des Apparats" sichtbar, eines repressiven Apparats.
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