Sabine kann es nicht mehr ertragen. Ihre Mutter, die sie aus falsch verstandener Liebe ständig überwacht und bevormundet. Die ihr vorschreibt, was sie zu tun, zu fühlen, zu denken hat. Selbst als Sabine ausgezogen ist, ist ihre Mutter immer präsent, sie kann ihrem Bannkreis nicht entfliehen. Bis Sabine schließlich nur noch einen einzigen möglichen Ausweg sieht: Sie muss sich befreien. Ihre Mutter muss sterben.
An einem Tag zu Weihnachten sieht sie ihre Chance gekommen. Oder hat doch ihre Mutter vergessen, die flackernden Kerzen am Adventkranz zu löschen? Herbert Dutzler führt von Seite zu Seite tiefer in die destruktive Gedankenwelt einer jungen Frau, die nur ein Ziel hat: sich zu rächen - und dabei immer weniger zwischen Gut und Böse, sinnloser Rache und notwendiger Loslösung unterscheiden kann.
Nach einem Exkurs zu Geschlechterrollen in Kriminalromanen, ringt sich Rezensent Elmar Krekeler schließlich doch noch zu einem Urteil über Herbert Dutzlers neuen Roman "Am Ende bist du still" durch. Er folgt hier der mordenden Rachegöttin Sabine, einer, wie er findet, wenig sympathischen Wiedergängerin von Bernhard Aichners Bestatterin Blum, und attestiert dem Roman schließlich "fiebrige" Spannung und Dutzler das Talent, den Leser für eine so "unangenehme" Person wie Heldin Sabine einnehmen zu können.
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