Mit Texten von Richard Bessel und 145 Farb- und Schwarzweißfotografien. Die letzten Kriegswochen des Jahres 1945. Festgehalten von einer der berühmtesten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Mit größtenteils unveröffentlichten Aufnahmen "Dies ist Deutschland, und es ist Frühling", schrieb die amerikanische Fotoreporterin Lee Miller, als sie im März 1945 mit US-Truppen ins Rheinland vorrückte. In den kommenden Wochen hielt sie den Einmarsch der Amerikaner, die Zerstörungen und den Alltag der Deutschen in den ersten Tagen der Besatzung im Bild fest, nahm sogar ein Bad in Hitlers Badewanne in seiner Münchner Privatwohnung. Vor allem aber dokumentierte sie die Schrecken des Regimes in den Konzentrationslagern von Buchenwald und Dachau - Letzteres einen Tag nach der Befreiung. Ihre Aufnahmen spiegeln die Neugierde, den Schock und den Hass der Amerikaner angesichts der Gräueltaten wider. In diesem Band sind rund 150 ihrer einzigartigen Fotografien vereint. Den historischen Kontext schildert und analysiert mit dem angloamerikanischen Historiker Richard Bessel ein ausgewiesener Kenner Nazi-Deutschlands.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.12.2018
Ein Fotoband wie dieser ist eine "wichtige Mahnung" in unseren rechtspopulistischen Zeiten, meint Rezensent Robert Probst und ist entsprechend dankbar, dass der Greven Verlag nun teilweise bisher unveröffentlichte Fotografien von Lee Miller herausgegeben hat. Denn die hier versammelten Bilder der zivilen Kriegsberichterstatterin und Modefotografin Miller sind mitunter nicht leicht zu ertragen, fährt der Kritiker fort, der in den 1945 aufgenommenen Fotografien nicht nur in die Gesichter befreiten KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern blickt, sondern vor allem Millers verachtendes Urteil über die besiegten Deutschen wahrnimmt. Diese seien "abstoßend in ihrer Unterwürfigkeit und ihrer geheuchelten Liebenswürdigkeit", zitiert Probst Miller. Den Band findet er insgesamt "präzise komponiert", die Einführung des Historikers Richard Bessel klug.
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