Wer soll uns auf das aufmerksam machen, was zum Himmel schreit, wenn nicht die Kirchen? Als weltweit agierende Repräsentanten des Christentums fällt den Kirchen für das 21. Jahrhundert eine eminent kulturelle und hochpolitische Aufgabe zu. Allerdings dürfen sie ihre moralischen Absichtserklärungen nicht mehr von ihrem Verhalten abspalten. Sie werden so wirken, wie sie faktisch sind. Sie sind glaubwürdig oder sie werden entlarvt. Denn im interreligiösen und interkulturellen Vergleich bleibt ihnen nur noch ein unverstellter Ausgangspunkt. Der säkulare und kritische Diskurs einer weltweiten Zukunft lässt keine schlechten Beteuerungen und Inszenierungen mehr zu. Dieses Buch zieht daraus besonders für die katholische Kirche die fälligen Konsequenzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2011
Ganz der Lehrer, der Autor, findet Hermut Löhr. Was Hermann Häring in seinem Buch über die Krise der römisch-katholischen Kirche und mögliche Reformen zu sagen hat, entspricht für ihn sehr den Verlautbarungen Hans Küngs. Dass der Autor seine vier konstruktiven Kritikpunkte (Papstkult, Wahrheitsdogma, Eucharistiefixierung, Stagnation der Ökumene) zupackend und mit "breitem Pinsel" vorstellt, scheint für Löhr in Ordnung. In seinem Verständnis ist auch die Hoffnung des Autors, eine Wende sei nur von der Basis aus möglich, nachvollziehbar.
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