Seit den frühen 1970er Jahren wurde in den evangelischen Kirchen der Bundesrepublik Deutschland intensiv über die Atomenergie diskutiert. Die Kirchen waren sowohl Bühnen als auch Akteure in einem gesellschaftlichen Großkonflikt, der bis heute andauert. Michael Schüring widmet sich aus historischer Distanz den Ursachen, Ursprüngen und dem Verlauf des kirchlichen Engagements in diesen Fragen in der Zeit bis zur Wiedervereinigung. Dabei wird das weltanschauliche, politische und kulturelle Selbstverständnis kirchlicher Atomkraftgegner kritisch untersucht. In langwierigen, oft bitteren Auseinandersetzungen entwickelte sich innerhalb der Kirchen eine lebendige Streitkultur, in der eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit verhandelt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2016
Frank Bösch erfährt bei Michael Schüring viel über die Proteste der protestantischen Kirche gegen Atomkraft. Die Debatten seit den 70er Jahren schließt der Autor dem Rezensenten hinsichtlich ihrer typischen Diskursmuster und Topoi auf, wie dem Bekenntnis zur Angst oder der Kritik an menschlicher Hybris. Weniger kommen die Folgen und die konkrete Entwicklung der Proteste in den Blick, meint Bösch, der auch Informationen zu einzelnen Personen, zum gesellschaftsgeschichtlichen Kontext oder zur Beziehung der Bewegung zur Politik vermisst. Tschernobyl scheint ihm der einzige Fokus zu sein in dem Gewebe aus Texten der 70er und 80er. Lesenswert und wegen der Bezüge zur CDU und ihrem christlichen Selbstverständnis aktuell erscheint ihm das Buch aber allemal.
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