Der Band meint nicht, den beispiellosen ideologischen Streit der Wagner-Bilder schlichten zu können. Wenn dieses Buch den bestehenden Bildern keine neue Imago hinzufügen will, hat das seinen Grund darin, dass die Modernität selbst als Weltbild problematisch geworden ist. Diese Untersuchung geht von der Annahme aus, dass wir Erben sind eines Kulturprojekts, das folgerichtig Auschwitz, Kolyma und manchen anderen Anus mundi produziert hat und das die menschliche Geschichte einem totalitären Ende zuführen könnte. Wie Nietzsche war Wagner ein widerspenstiger Vertreter dieses Projekts, über das sie beide doch auf gegensätzliche Weise hinauskommen wollten. Darum möchte dieser Versuch die erlösenden künstlerischen Bilder Wagners dekonstruieren, indem er dessen Texte einer neuen Lektüre unterzieht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2006
Gar nichts hält Rezensent Kurt Malisch von diesem "überflüssigen" Wagner-Buch, das aus seiner Sicht "unter bewusstem Beiseitelassen des gegenwärtigen Wissensstandes" glaube, verschiedene Wagner-Texte einmal neu lesen zu können. Darunter auch die berüchtigte Schrift "Das Judentum in der Musik". Besonders im Fall dieser Schrift findet Malisch die Einordnung Wagners als "rabiaten Antisemiten" und das Ignorieren aller "ideengeschichtlicher Kontexte" fragwürdig. Außerdem begibt sich der Autor seiner Ansicht nach "an die Grenzen des Plagiats", da er ausführlich paraphrasierte Literatur nicht als Zitat kennzeichnen würde.
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