Der erste Teil "Deutung" sondiert Biografie und Werk aus vier unterschiedlichen Blickwinkeln: das Leben Wagners unter dem Leitmotiv der Flucht, das Liebeserlösungs-Prinzip als dramaturgisches Grundmuster seiner Werke, der Mythos von Amor und Psyche als Grundtopos ihrer Psychologie und schließlich ihre medientheoretische Wirkungsästhetik. Der zweite Teil Wirkung untersucht zunächst die ambivalenten persönlichen Wahlverwandtschaften Wagners zu Franz Liszt und Nietzsche. Die doppelgesichtige Geisteserbschaft Wagners wird schließlich exemplarisch an Thomas Mann einerseits und Hitler andererseits gezeigt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2004
Die Wissenschaftler unter seinen Lesern warnt Sven Friedrich, der Leiter des Richard-Wagner-Museums, dass er keinesfalls seinen Gegenstand dem Jargon und dem "Wissenschaftsdiskurs" ausliefern möchte. Diejenigen aber, die den rein gefühlsmäßigen Zugang zum Komponisten suchten, hält er entgegen, sie machten es sich auch zu leicht. Das, so nun der Rezensent Wolfgang Schreiber, müsse sich Friedrich nicht vorwerfen lassen, im Gegenteil: gelegentlich rumort es Schreiber zu theoretisch in den acht Aufsätzen, etwa wenn Baudrillard und Virtualität in Sachen Venusberg bemüht werden. Anderes sei dann aber deutlich lesbarer - und der Verfasser ja ohne Frage ein "kundiger" Mann.
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