Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2004
Recht aufschlussreich findet Rezensentin Andrea Gnam diesen von Herta Wolf herausgegebenen Essayband, der sich mit der Geschichte der wissenschaftlichen Anwendung der Fotografie befasst. Von eher wissenschaftsgeschichtlichem Interesse sind nach Gnams Ansicht die Aufsätze aus den frühen neunziger Jahren, die sich mit der problematischen Anwendung postmoderner Theorien auf die Fotografie auseinandersetzen. Daneben bietet der Band zur Freude Gnams auch wissenschaftsgeschichtliche Detailstudien, die "weiterreichende Erkenntnisse" vermitteln, indem sie den Blick für die Historizität wissenschaftlicher Kriterien schärfen. Als Beispiel nennt Gnam die Essays, die den Einsatz der Fotografie in Anthropologie und Kriminologie des 19. Jahrhunderts und ihrer vermeintlichen "Objektivität" untersuchen und dabei aufzeigen, inwiefern "Objektivität" ein Maschinenideal ist, das seinen Gegenstand nach den Maßgaben seines Instruments ins Visier nimmt.
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