Alterung und Geburtenrückgang sind in den letzten Jahren zu zentralen gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen aufgerückt. Die zugrundeliegenden Daten und Fakten verdanken wir der Bevölkerungsforschung, deren Ergebnisse man in Deutschland aus ideologischen Gründen jahrzehntelang nicht zur Kenntnis nehmen wollte. In einem "Grundkurs Demographie" legt Herwig Birg das Handwerkszeug und die Resultate seiner Wissenschaft für jeden von uns verständlich dar. Er zieht in seinem neuen Buch die Summe dessen, was er über Bevölkerungsforschung zu sagen hat und was wir darüber wissen müssen, wollen wir erkennen, was die demographische Uhr geschlagen hat. Der schwerwiegendste Irrtum über die Natur der Bevölkerungsdynamik ist der Glaube, dass uns kurzfristiges Handeln vor dem Eintreten der prognostizierten Folgen bewahren könnte.
"Es ist dreißig Jahre nach zwölf" - So lautet die Überschrift des letzten Kapitels und sie könnte auch als Überschrift zu Herwig Birgs "an Düsternis kaum zu überbietendem" Bild der deutschen Bevölkerungsentwicklung dienen, erklärt die Rezensentin Ulrike Winkelmann. Die These, die Birg im Laufe seines auf einer FAZ-Artikelserie basierenden Buches entwickelt, dass nämlich der Sozialstaat an der rückläufigen Geburtenrate schuld sei, weil er eine Rente auf hohem Niveau sichere und Kinder daher entbehrlich mache, findet die Rezensentin originell, doch das rhetorische Beiwerk - "einseitige volkswirtschaftliche Vorstellungen, spürbare Wut auf die jüngere wissenschaftliche Konkurrenz und konservatives Setzkastendenken" - verleiht dem Ganzen in ihren Augen einen "zweifelhaften" Beigeschmack. Und so gewinnt die Rezensentin allmählich den Eindruck, dass dieses Buch eher den Tatbestand einer "Professorendämmerung" als den einer "Bevölkerungsdämmerung" erfüllt.
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