Hilal Sezgin

Mihriban pfeift auf Gott

Roman
Cover: Mihriban pfeift auf Gott
DuMont Verlag, Köln 2010
ISBN 9783832195540
Kartoniert, 349 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Mihriban Erol ist Deutsch-Türkin, 32 Jahre alt, hat Lippen zum Knutschen, aber kaum Erfahrung mit Männern. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg, döst bei der tagesschau regelmäßig ein und ist von Beruf Nichtskönnerin auf allerhöchstem Niveau. Als sie zusammen mit ihrem Bruder Mesut und der Nichte Suna über Silvester Urlaub in Ägypten macht, erreichen Nachrichten von einem Terroranschlag in Deutschland die Ferienanlage. Und plötzlich ist die Bedrohung ganz nah und Mihriban mittendrin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.06.2010

Einen ziemlich spektakulären innerfamiliären Krimi nennt Alke Wierth, für Migrationsthemen zuständige taz-Redakteurin, diesen ersten Roman von Hilal Sezgin, der sich ihr als "gruselig, politisch und ziemlich komisch erschloss. Wobei sie offenbar erst bei Sezgins Lesung merkte, dass Vieles lustig gemeint sei, was sie beim "Selberlesen" eher traurig fand. Es gehe um ein junge Berlinerin mit türkischen Wurzeln, die ihren Bruder in Verdacht hat, mit vergiftetem Sekt einen islamistischen Anschlag ausgeführt zu haben. Dabei besteht für Wierth der Witz dieses Buches darin, das die Rezensentin ihre Protagonistin auf den eigenen Bruder mit den Augen "islamophober Mainstreamdeutscher" blicken lasse. Dabei sei bei diesem Buch nicht nur eine deutsch-türkische Terrorkomödie, sondern auch noch eine Art deutscher Heimatroman herausgekommen, wie die Rezensentin meint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.05.2010

Gleich zu Beginn ihrer Besprechung stellt Judith von Sternburg klar, dass es sich bei der Autorin Hilal Sezgin um eine frühere FR-Kollegin handelt, was dann auch erklärt, warum sie dieses Buch bespricht und kein schlechtes Wort darüber verlieren wird. Worum es genau geht, lässt sich dieser kurzen Kritik nicht wirklich entnehmen, Sternburg kategorisiert das Buch als "Terrorismus-Krimi-Spaß". Bei der titelgebenden Mihriban handelt es sich offenbar um eine eigenwillige muslimische Frau in Deutschland, die genauso wacker gegen Terrortrupps und das Internet wie gegen lächerliche, vorurteilsbeladene Deutsche kämpft. Sternburg hat sich nach eigenem Bekunden "kringelig" gelacht und war auch echt gefesselt: "Man rät fleißig mit, wer hier wohl der Oberterrorist ist."

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