1 CD, ca. 75 Minuten. Von Jeffrey F. Hamburger, Hildegard E. Keller, Susan Marti und Hedwig Röckelein. Dieses mediävistische Hörbuch präsentiert bedeutende mittelalterliche Texte (Millstätter Psalter, Altsächsische Beichte, Meister Eckhart, Tauler, Mechthild von Magdeburg u.a.) in der Originalsprache. Die Texte bewegen sich im Umfeld von Frauenklöstern bzw. deren Lebensweise, Regel und Spiritualität. Zusammen mit dem Booklet, das sämtliche Texte (mit Übersetzung) sowie eine umfassende Einführung enthält, bieten die Aufnahmen einen sprachhistorisch und geistesgeschichtlich hoch interessanten Eindruck von Sprache und Themen geistlicher Texte des frühen und hohen Mittelalters. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion um die Medialität mittelalterlicher Literatur bietet das Hörbuch die Möglichkeit, die Texte in einer der mittelalterlichen Darbietung vergleichbaren Rezeptionsform aufzunehmen. Es ist somit nicht nur für Historiker und Philologen von Interesse, sondern für jeden, der sich für die Sprache und Kultur des Mittelalters interessiert. Das Hörbuch entstand in Zusammenarbeit mit dem Ruhrlandmuseum (Essen) und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) im Kontext der Ausstellung "Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern" (März-Juni 2005).
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005
Gustav Seibt ist ganz enthusiasmiert von den von Hildegard E. Keller herausgegebenen "Stimmen aus mittelalterlichen Frauenklöstern". Um alt- und mittelhochdeutsche Texte handelt es sich, von Beichtformeln, Gebeten und Ordensregeln bis zu altsächsischen Abgabenaufstellungen und mystischen Reflexionen. Seibt erlebte beim Hören "eine wunderbare Erfahrung von Unmittelbarkeit", er erfuhr "Geschichte durch Sprache". Einer Viertelstunde des Einhörens bedürfe es, so Seibt, dann wird das "fremde Idiom" dem Hörer ganz vertraut. Die Vortragenden sind Altgermanisten. Was sie geschaffen haben, ist "eins der kostbarsten Hörbücher dieser Jahre"; so gut hat Seibt sich unterhalten, dass er gleich mehr verlangt: Jetzt sollen schleunigst auch die Epen und Lieder eingesprochen werden, fordert er, Parzival und der Arme Heinrich und das Nibelungenlied.
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