Mit einem Nachwort von Joseph Dan und einem Geleitwort von Ernst Ludwig Ehrlich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2002
Vierzig Jahre nach seinem ersten Erscheinen bringt der De Gruyter-Verlag Scholems "Ursprung und Anfänge der Kabbala" neu heraus. Friedrich Niewöhner erklärt in seiner respektvollen Kritik noch einmal die komplizierte Geschichte des Buchs, das ursprünglich in deutsch geschrieben war und nie ins Hebräische übersetzt wurde, obwohl Scholem nach seiner Emigration nach Israel eigentlich nur noch auf Hebräisch publizierte. Einer der Gründe für diese Sprach-Entscheidung dürfte nach Niewöhner darin liegen, dass Scholem mit der israelischen Kabbala-Forschung nicht einverstanden gewesen sei - vielleicht wollte er das in Israel nicht so bekannt machen. Ausführlich setze sich Scholem in dem Buch mit der deutschen Kabbala-Forschung des 19. Jahrhunderts auseinander, die er an anderer Stelle scharf kritisiert habe, merkt Niewöhner an. Im vorliegenden Buch sei Scholems Haltung zwar kritisch, aber nicht mehr polemisch. Sein Haupteinwand sei, dass die Kabbala in die Religions-, nicht in die Philosophiegeschichte gehöre. Im Nachwort Joseph Dans vermisst Niewöhner einen Hinweis auf den wichtigen heutigen Kabbala-Forscher Moshe Idel - er vermutet hier ein politisches Motiv, denn Idel ist ein Scholem-Kritiker. Abschließend schwärmt Niewöhner vom "intellektuellen Genuss", das die Lektüre dieses nicht einfach zu lesenden Buches bis heute gewähre.
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