Hilmar Hoffmann, Präsident des Goetheinstituts, ist in seinen fünfzig Jahren Berufsjahren als Kulturpolitiker vielen "schwankenden Gestalten" begegnet. Künstlern wie Fassbinder, Everding, Heiner Müller oder Menuhin und Politikern wie Helmut Schmidt, Gorbatschow oder Arafat. Bekannt wurde Hoffmann zuerst als Kulturdezernent in Frankfurt/Main, wo er sich einen Kulturetat erkämpfte, der zehn Prozent des kommunalen Gesamthaushalts überschritt - und das als SPD-Mitglied unter einem CDU-Oberbürgermeister.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
"Kein Kapitel zur SPD-Kulturpolitik" bieten diese Erinnerungen des ehemaligen Frankfurter Kulturdezernenten, aber der FAZ-Rezensent Günther Rühle mag es ihm nicht übelnehmen - dazu findet er zuviel "farbigen Stoff" zur Kulturgeschichte der Bundesrepublik besonders seit den sechziger Jahren, als die sozialdemokratische Politik der "Kultur für alle" in Hoffmann ihren berühmtesten Repräsentanten fand. Rühle lobt den Anekdotenreichtum von Hoffmanns Biografie, die seinen Arbeitsweg als "Bergtour des Aufstiegs" schildere: vom Volkshochschulleiter in Oberhausen zum Präsidenten des Goethe-Instituts. Mit Kindheitserinnerungen und ähnlichen privaten Details bleibe man in dieser Biografie verschont. Dafür lerne man viel über das "Frankfurter Kulturwunder", als Hoffmann neue Museen schuf. Danach mag sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung bis heute sehnen.
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