Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Günther Fischer bespricht das Buch zusammen mit "Die Ungarn" von Paul Lendvai (C. Bertelsmann Verlag) und "Ungarische Jahrhunderte von Géza Hagedüs (edition q in der Quintessenz Verlags GmbH).
Seine Besprechung leitet Günther Fischer ein mit einer Reflexion darüber, wie "einsam, verloren und bedroht" sich die Ungarn bis heute fühlen. Vielleicht hat das, so überlegt er, neben vielen historischen auch kulturelle Gründe, beispielsweise das von den Sprachen der unmittelbaren Nachbarn so völlig verschiedene Ungarisch, und der Stolz auf berühmte Ungarn - z.B Soros, Teller und Pulitzer -, der immer nur einer auf Emigranten sein konnte.
Die vorliegenden Bücher kommen recht unterschiedlich weg: Hagedüs bietet mit "Ungarische Jahrhunderte" eine geraffte Darstellung der traditionellen Art, Lendvais "Die Ungarn" ist witzig und "virtuos" - offenbar das lesbarste der drei -, und H. Fischer, Leiter des Hamburger Finnisch-Ugrischen Seminars bietet mit "Eine kleine Geschichte Ungarns" detailreichen, "fast lexikalischen Lesestoff", meint Fischer. Zudem hält sich sein Namensvetter am wenigsten an das obige Verdikt der Einsamkeit Ungarns: anders als die beiden ungarischen Autoren verhandele er die spannende Entwicklung seit 1989 (Beitrittsverhandlungen mit der EU, Mitgliedschaft in der NATO) noch auf immerhin 15 wichtigen Seiten.
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