Honor Cargill-Martin

Messalina

Intrigen, Macht und Orgien im antiken Rom. Die wahre Geschichte der Skandalkaiserin
Cover: Messalina
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406843211
Gebunden, 459 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike und Michael Bischoff. Mit 24 farbigen Abbildungen, 2 Karten und 4 Stammtafeln. Valeria Messalina war noch jung, als sie 41 n.Chr. an der Seite von Claudius den römischen Kaiserthron bestieg. Schnell kamen zahlreiche rufschädigende Gerüchte über sie in Umlauf: Nicht nur äußerst grausam und intrigant soll sie gewesen sein, sondern vor allem auch eine unersättliche Nymphomanin. Teils bis heute wirkt dieses sensationslüsterne Bild nach. Doch wer war die historische Person Messalina? Wie schaffte sie es, sich im Haifischbecken des Kaiserhofes zu behaupten? Honor Cargill-Martin zeigt, was wir wirklich über die berüchtigtste Frau des Römischen Reiches wissen können - jenseits der schlüpfrigen Verleumdungen und Gerüchte, die selbst Autoren wie Tacitus, Sueton und Juvenal verbreiteten. Die Oxforder Althistorikerin hat alle verfügbaren Quellen zur "Skandalkaiserin" neu ausgewertet und bietet in ihrem Buch zum ersten Mal einen historisch fundierten Blick auf Messalina als intelligente, strategisch agierende, leidenschaftliche, aber auch rücksichtslose junge Frau, die sich über Jahre hinweg in der stark männerdominierten römischen Politik erfolgreich zu behaupten wusste. Es geht der Autorin dabei nicht darum, Messalinas Ehre zu verteidigen oder sie als armes Opfer darzustellen. Sie will das Leben und Handelnder Kaiserin im Kontext ihrer Zeit verstehen und sie jenseits der verzerrenden Zuschreibungen anderer als Menschen sichtbar werden lassen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2026

Gern liest Rezensentin Melanie Möller, selbst Althistorikerin, Honor Cargill-Martins Buch über Messalina. Cargill-Martin hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die im Allgemeinen schlecht beleumundete Titelfigur, Gattin des Kaisers Claudius, zu rehabilitieren, indem sie die historischen Quellen einer Relektüre unterzieht. Das Problem dabei allerdings: allzu viel weiß man über sie faktisch nicht. Was es allerdings gibt, sind Berichte, auch von ihr selbst, über ihre sexuelle Freizügigkeit, sie hatte einen hohen Männerverbrauch, die schlechteren Liebhaber ließ sie unter Umständen sogar hinrichten. Die Doppelrolle als politischer Machtfaktor - Messalina übte viel Einfluss auf Claudius aus - und sexuelles Wesen ist es denn auch, die Cargill-Martin besonders interessiert. Ganz frei von Klischees ist das alles nicht, gesteht Möller ein, auch wenn Cargill-Martin nicht alles Übel auf den grassierenden Sexismus abwälzen will. Gleichwohl hat sie, so das Fazit, ein lesenswertes, lebendiges Buch geschrieben, das sich auch mit der umfangreichen Wirkungsgeschichte Messalinas beschäftigt.

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