Jahrhundertelang wurden Christen zur Zeit der frühen Kirche (1. bis 4. Jahrhundert) mit unfassbarer Grausamkeit gequält und ermordet. Die Verfolgten haben ihre Nöte mit oft übermenschlichem Mut erduldet - manchmal auch ihr Martyrium in einem uns heute sehr fremd anmutenden Verlangen geradezu gesucht. In diesem Buch werden Motive und Verlauf der Christenverfolgung beschrieben, Verantwortliche und Opfer benannt, aber auch die Gründe erhellt, weshalb die Pogrome und systematischen Nachstellungen schließlich an ihr Ende gelangten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.12.2019
Rezensent Arno Widmann hat Wolfram Kinzigs Geschichte der Christenverfolgung mit großem Interesse gelesen. Besonders die Auswertung der Märtyrerakten fasziniert ihn, auch wenn er sie eher als ein literarisches Genre verstehen würde denn als historisch verlässliche Prozessdokumente. Mit Verwunderung liest er bei Kinzig aber auch, dass es eine umfassende Christenverfolgung im Römischen Reich eigentlich nicht wirklich gegeben hat. Es gab Pogrome, lernt er, aber meist wissen wir von ihnen, weil die römische Obrigkeit gegen diese vorging. Und noch etwas lernt der Rezensent: Der Märtyrerkult ist keine Ideologie der Unterdrückten, sondern eine Ideologie von ehemals Unterdrückten, die an die Macht gelangt sind. Gern würde Widman auch Candida Moss' Buch "The myth of persecution" auf Deutsch lesen, das - der Titel lässt es erahnen - noch rigoroser mit historischem Irrglauben aufräumt.
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