Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2000
Die Autorenliste dieser literarischen Anthologie ist lang, und weil alles so schön ist, führt Manuela Reichart dem Publikum gleich einiges vor. Zum Beispiel Kleists Anekdote, die einen Kapuziner zum Todgeweihten, den er bei Regen zum Galgen begleitet, sagen lässt, er solle sich übers Wetter nicht beklagen, denn er, der Verurteilte, müsse nur hin, er selber durch den Regen aber auch wieder zurückgehen. Wer sonnigere Beispiele will, für den zitiert sie aus einem Kästnergedicht - `Man könnte sich mit Blumen unterhalten/ und Wiesen streicheln wie sein Fräulein Braut` - und amüsiert sich über Brechts Gewitterfurcht, von der Max Frisch hier berichtet. Das Beste scheint ihr Rahel Varnhagens Lebensregel zu versprechen: `Was machen Sie? Nichts, ich lasse das Leben auf mich regnen.`
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…