Herausgegeben und Nachwort von Jeroen Dewulf und Peter Erismann. Hugo Loetscher war ein Schriftsteller, der "erfahren wollte, was mir als Welt zugefallen war". Von der Schweiz aus brach er in alle Himmelsrichtungen auf, oft im Auftrag von Zeitungen und Magazinen, für die er kenntnis- und geistreiche, literarisch funkelnde Essays und Reportagen schrieb. Loetschers Blick für die Gleichzeitigkeiten und Mischformen einer globalisierten Welt ist ungemein modern, sein Stil immer originell und überraschend. Dieser Band ist ein wunderbarer Ausgangspunkt, um einen der großen Schweizer Autoren und Publizisten neu- oder wiederzuentdecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2024
Die Herausgeber Jeroen Dewulf und Peter Erismann wollen den Schriftsteller Hugo Loetscher mit einem Sammelband seiner Reise-Essays aus der Vergessenheit holen, freut sich Rezensent Jürg Altwegg über diese "glückliche Wiederbegegnung". Loetschers Texte handeln dabei meistens von seinen Reisen durch viele Länder und deren Gesellschaften: unter anderem Paraguay, Russland, Senegal und die Schweiz. Beschreibungen von Städten wie Kiew, dessen Bedeutung Loetscher in einem Text herausstellt oder der in einem Essay geäußerte Wunsch, der Postkolonialismus solle in Debatten präsenter werden, wirken heute aktueller den je, staunt der Kritiker. Dass die Herausgeber sich bemüßigt fühlten, das N-Wort aus den Texten Loetschers zu streichen, statt es zu markieren und im Sinne des Autors, der immer sensitiv mit Identitäten umging, einzuordnen, findet der Kritiker nicht so gut. Ansonsten ist er begeistert von den "avantgardistisch" anmutenden Texten Loetschers, den er in der Schweizer Literaturszene vermisst.
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