Irrtum als Erkenntnis - eine intellektuelle Autobiografie, die sich mit den prägenden Ideologien und Glaubensfragen des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt. Teil I beschreibt den Bildungsweg eines Außenseiters in der DDR. Teil II versammelt Essays und Aphorismen. Teil III umfasst drei Vorträge, die im wesentlichen um Sinn und Aufgabe von Kunst und Wissenschaft heute kreisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.11.2002
Hartmut Langes Essay-Band "Irrtum als Erkenntnis" hat Rezensent Jürgen Verdofsky recht beeindruckt. Lange, der als Dramatiker der Brecht-Schule begann und dann als Novellist hervorgetreten ist, hat damit nach Ansicht Verdofsky eine "erkenntnistheoretische Autobiografie" vorgelegt. Ausführlich zeichnet Verdofsky den intellektuellen und schriftstellerischen Werdegang Langes nach: geprägt von Hegel und Marx, Brecht und Bloch stößt Lange als Hausautor am Deutschen Theater schnell an die Grenzen des Realismusbegriffs, liest die verbotenen Stalin- und Trotzki-Biografien von Isaac Deutscher, flieht 1965 über Jugoslawien nach West-Berlin, löst sich von Brecht, studiert Heidegger und Nietzsche. Wie Verdofsky hervorhebt, markieren drei Kernerfahrungen Langes Haltung zum Schreiben: die eigenen sozialen Verwicklungen, die Einsicht in die Begrenzung des Lebens und das "unverwechselbare Ich". Noch nie habe Hartmut Lange seine Schreibstrategie in ihrer ganzen Dimension so offenbart: "Es handelt sich um etwas Seltenes", schließt der Rezensent, "denn das können sich nur wenige leisten: so offen aufzutreten."
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