Deutsch von Harald Neuber. Das neue Buch von Ignacio Ramonet leuchtet in Interviews mit Hugo Chávez dessen Leben aus, bevor er als Anführer der Bolivarischen Revolution die Weltbühne betrat. Erzählt wird die Jugend von Chávez im venezolanischen Tiefland, seine militärische Karriere und die Politisierung in der Armee - in der der junge Chávez erstmals mit progressiven Ideen in Kontakt kam - bis hin zur Beteiligung an einem Volksaufstand gegen das neoliberale Regime des Sozialdemokraten Carlos Andrés Pérez 1992. In persönlichen Gesprächen mit Hugo Chávez, die über Jahre hinweg entstanden, formt sich die Geschichte des südamerikanischen Erdölstaates aus den Augen eines armen Jungen vom Land, der Jahre später zum Hoffnungsträger von Millionen Menschen werden sollte - nicht nur in Venezuela.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2014
Das dicke Interviewbuch des spanischen Journalisten und Attac-Mitbegründers Ignacio Ramonet zeigt dem Rezensenten Sebastian Schoepp den jungen Hugo Chávez aus hagiografischer Perspektive. Der Wunsch des Autors, den Leser für den späteren Präsidenten einzunehmen, ist für Schoepp unverkennbar. Bei Schoepp allerdings funktioniert das nicht. Zu erdrückend scheint ihm das Material der über 600 O-Töne. Dass Chavez gut erzählen kann, hält Schoepp da für einen Glücksfall. Auch wenn das Buch alles andere als kritisch ist, meint er, eine erstklassige Quelle für Historiker ist es allemal.
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