Ines Geipel

Generation Mauer

Ein Porträt
Cover: Generation Mauer
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2014
ISBN 9783608947496
, 275 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Im System Honecker herangewachsen galten die heute 45- bis 55-Jährigen als die Distanzierten, Staatsfernen, für die das Jahr 1989 dann zum Sprungbrett ins größere Deutschland und in die Welt wurde. Sind sie wirklich auf der Gewinnerseite gelandet? Oder hat die zähe Prägekraft der späten DDR mit ihren politischen Tabus, dem Bespitzeln und Verhindern von Individualität à la longue doch ihren Tribut gefordert? Ines Geipel erforscht das Lebensgefühl ihrer Generation in Tiefeninterviews mit Mauerkindern und in aktuellen psychologisch-soziologischen Untersuchungen. Sie findet den Zugang zu einer Generationenerzählung, die von großen Hypotheken, aber auch von großen Chancen handelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2014

Heinz Bude findet in Ines Geipels Buch über die letzte Generation der DDR Aufschlussreiches über tragische Gemütszustände von Durchstartern wie Neo Rauch oder Maybrit Illner. Warum fühlen sich diese Menschen häufig deplatziert in deutschen Verhältnissen? Ihre unerzählte Geschichte, meint Bude, wird nun von Geipel in dichter expressionistischer Sprache beschrieben. Träume von Isolation und Schmerz und Angst vor Untreue einem sich als falsch erwiesenen System gegenüber begegnen Bude, und dahinter scheinen für ihn immer wieder Gründe für das Ende der DDR auf.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.05.2014

Die Versprechung des Titels, "ein Porträt" der "Generation Mauer" zu liefern, löst Ines Geipel nicht ein, stellt Cornelia Geißler unumwunden fest. Dafür ist schon die Auswahl der Gesprächspartner zu einseitig: "allesamt Akademiker und Künstler", wie der Schauspieler Tobias Langhoff, der Maler Moritz Götze oder die Rundfunkkorrespondentin Sabine Adler. Geschmälert wird das Verdienst dieses Buches dadurch jedoch nicht, versichert die Rezensentin. Geipel skizziert nicht ein großes Porträt, sondern viele kleinere Porträts, die sich nach und nach zu einem "Puzzle mit einigen zusammenhängenden Inseln" zusammenfügen, meint Geißler.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.02.2014

Für Jens Bisky geht Ines Geipels Versuch eines Generationenporträts nicht auf. Nur bei Geipels Schilderung des 4. November 1989 empfindet Bisky die ganze Spannung zwischen Heute und Gestern, scheint ihm die Autorin nah dran am Verstehen. Die Fixierung auf Herkunft und Kindheitsmuster bei Geipel empfindet Bisky jedoch nicht als hilfreich. Klug erzählt und zum Glück frei von Marketingfloskeln scheinen ihm Geipels, Langhoffs, Götzes, Hückstedts Erinnerungen an Freunde und Erlebnisse dennoch, nicht zuletzt, da die Macht der DDR-Erfahrung für ihn in den Texten spürbar wird.

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