Rezensent Jörg Lau findet in diesem Buch eine stringente Beschreibung der gegenwärtigen Lage unserer Gesellschaft, nutzt es aber auch gleichzeitig, um über die möglichen Probleme der Diskursanalyse nachzudenken. Die Diagnose die das Buch stelle, sei im wesentlichen der Verlust einer Wertehierarchie mit festen Normen, die durch einen "beweglichen Begriff der Normalität" ersetzt werde. Dieser flexible Normalitätsbegriff ergebe sich aus einer permanenten Orientierung an Statistiken, die den Unterschied von normal und anormal eher als graduellen Übergang denn als Wesensunterschied verstehen würden. Darin bestehe aber auch die Problematik dieses diskursanalytischen Werkes, so Lau, denn der Bruch in der Geschichte von einer wertehierarchischen Gesellschaft zu einer der flexiblen Normalität würde auf den Wandel eines grundlegenden Dispositivs zurückgeführt, der letzten Endes unerklärbar bleibe.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…