Intelligenzbad Ahrenshoop

Zeitschrift für Ideengeschichte Heft XII/2 Sommer 2018
Cover: Intelligenzbad Ahrenshoop
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406718625
Geheftet, 128 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Marina Achenbach, Annett Gröschner, Sebastian Kleinschmidt und vielen weiteren. Die Sommerausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte spürt der DDR an einem einzigartigen Ort nach - im "Intelligenzbad Ahrenshoop". Seit 1947 erholten sich hier am Ostseestrand prominente Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler von den Mühen des Neuaufbaus - und setzten ihn in aufgelockerter Form als privilegierte Sommergesellschaft fort. Unter ihnen: Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Hans-Georg Gadamer, Ernst Niekisch, Heiner Müler, Franz Fühmann, Christa Wolf und Sarah Kirsch. Das aus den Archiven geschriebene und reich bebilderte Heft zeigt den Intelligenztransfer in der unmittelbaren Nachkriegszeit von der Hinterbühne.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.08.2018

Poeten, Schauspieler und Musiker zeigen gerne Haut. Dramatiker hingegen, Parteifunktionäre und Akademiker bleiben lieber bedeckt und zwar am liebsten "blickdicht" und bis oben hin, weiß Rezensent Christian Eger nach der Lektüre der neuen Ausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte über das "Intelligenzbad" Ahrenshoop zu Gemüte geführt hat. Zwischen den mehr oder weniger privaten Fotografien von Christa Wolf,  Bertolt Brecht, Johannes R. Becher oder Inge Keller am Strand sorgen informative Essays für Aufklärung: Nach dem Krieg sollte der schmucke Ostsee-Ort zum Erholungsbad der west- und ost-deutschen Intelligenzia gemacht werden und zwar nach sowjetischem Vorbild, lesen wir. Anschaulich erzählen und beschreiben die Autoren die "politische Sandburg" Ahrenshoop, die Diskussion um den Schriftsteller Ernst Jünger und wie die deutsche Einheits-Euphorie anschließend abebbte und einem rein ostdeutschen Einheits-Brei Platz machte, erklärt der Rezensent, der das Heft offenbar mit Interesse gelesen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.05.2018

Rezensent Peter Richter möchte sich nach der Lektüre des Sommerhefts der Zeitschrift für Ideengeschichte am liebsten gleich selbst auf den Weg in die Reetdach-Idylle nach Ahrenshoop machen. Wenn dem Kritiker schon auf dem Titelbild Johannes R. Becher nur mit Badehose, Baskenmütze und Brille begegnet oder er auf den weiteren Fotos vom Ostseestrand eine in Sand eingebuddelte Sarah Kirsch entdeckt, versteht der Rezensent einmal mehr, weshalb Ahrenshoop nicht erst dem sozialistischen Kulturbund als Künstlerkolonie diente. Instruktive Aufsätze, etwa von Annett Gröschner, machen das Lesevergnügen für den Kritiker perfekt.

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