In ihren drei Poemen verwandelt Irina Liebmann die Stadt Berlin zum Ort einer sehr persönlichen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. In reizvoller Sprunghaftigkeit zwischen Lyrik und Prosa suchen die Texte nach jenem Ort, der "geeignet scheint, zu bleiben" und nach dem "lebendigen Augenblick", in dem die Literatur zum Gespräch zwischen Menschen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2013
Warum Irina Liebmanns Berliner Poeme aus den 90ern erst jetzt im Druck erscheinen, weiß Rezensent Friedmar Apel auch nicht. Die elegischen Spätaufsteher, ahnt er, sind jedenfalls längst aus Mitte verschwunden. Den Traum von Berlin als von einem Ort der Möglichkeiten, träumt der Rezensent aber lesend gern (noch einmal). Das war, als Berlin noch voller Berliner war. In ihrer politischen Stoßrichtung beim melancholischen Nachsinnen über den Verlust einer historischen Chance gleichen die Texte laut Apel denen Heines und Biermanns: "Ihr habt mal die Mauer gestürmt, und jetzt / Seid ihr quietschende Schräubchen in der / Unterhaltungsindustrie ..."
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