Iris Bohnet

What works

Wie Verhaltensdesign die Gleichstellung revolutionieren kann
Cover: What works
C.H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406712289
Gebunden, 381 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ursel Schäfer. Die fünf besten amerikanischen Orchester hatten jahrzehntelang einen Frauenanteil von insgesamt 5 Prozent. Beim Vorspielen vor den männlichen Jurys fielen die Kandidatinnen regelmäßig durch. Offenbar sind Frauen die schlechteren Musiker. Oder doch nicht? Als eine der Jurys nicht mehr sehen konnte, ob ein Mann oder eine Frau spielte, stieg die Quote plötzlich dramatisch an. Alles, was es dazu brauchte, war ein Vorhang. Bei der Einstellung, bei der Beförderung, beim Gehalt - überall werden Frauen massiv benachteiligt. Die Harvard-Professorin Iris Bohnet zeigt in ihrem Buch What works, dass die Ursache dafür oft verzerrte Wahrnehmungen sind, die unsere Entscheidungen auch dann beeinflussen, wenn wir fest glauben, dass wir ganz objektiv sind. So wie die Jury überzeugt war, dass sie lediglich die musikalische Leistung bewertet. Die Antwort auf dieses Dilemma liegt nicht in der Anpassung der Frauen an männliche Verhaltensmuster oder im Appell an unsere Objektivität. Wir können unsere Wahrnehmung nicht überlisten. Aber wir können mehr Vorhänge aufhängen und die Spielregeln ändern. Das ist die revolutionäre Botschaft von What works.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.03.2018

In ihrem Buch "What works" befasst sich die Verhaltensökonomin Iris Bohnet laut Katharina Granzin damit, wie Verhaltensdesign den Weg zur Gleichberechtigung der Geschlechter verkürzen kann. Unter "Verhaltensdesign" verstehe man in den USA das Schaffen von Bedingungen, die verhindern, dass Stereotype überhaupt wirksam werden können - dazu zählen Quoten ebenso wie beispielsweise anonymisierte Lebensläufe ohne Bild. Bohnet hat Granzin mit dem Buch zuallererst gezeigt, wie schwierig es ist, unbewusste Vorurteile überhaupt zu erkennen. Ansonsten empfiehlt sie den Führungskräften von Unternehmen, die ernsthaft an der Gleichstellung ihrer Mitarbeiter arbeiten wollen, die handfesten Vorschläge des "faktenreichen Managementhandbuchs" ernstzunehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2017

Rezensentin Julia Bähr erfährt bei Iris Bohnet, dass Frauen sich nicht wie Männer benehmen sollten, um beruflich erfolgreich zu sein. Dass solche Maskerade weder der Frau noch der Firma guttut, kann ihr die in Harvard lehrende Verhaltensökonomin anhand von Studien belegen. Das wohlstrukturierte Buch klärt Bähr auf über die Effizienz gemischter Teams und die Vorteile von nach Maßgabe des Vorankommens beider Geschlechter modifizierten Abläufen und Ausschreibungen. Beeindruckend findet Bähr nicht zuletzt die Belege aus dem echten Leben, die die Autorin für ihre Thesen liefert.
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