Dieses Buch handelt von der Entstehung der sexuellen Begierde und des sexuellen Subjekts und bietet einen Überblick über die Sexualitätsgeschichte im deutschsprachigen Raum vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Es wird die ganze Bandbreite sexueller Äußerungen vorgeführt und in einem gesellschaftlichen und kulturellen Rahmen interpretiert: die Praktiken der bäuerlichen Bevölkerung und der städtischen Arbeiterschaft; der aufklärerische Onanie-Diskurs und die Geschlechterdebatte des 18. und 19. Jahrhunderts; die Entstehung des modernen sexuellen Subjekts und die sexuellen Wurzeln der bürgerlichen Gesellschaft. Homosexualität, Prostitution und andere Formen der 'Abweichung' von Sittlichkeit und Moral werden in ihren sozialen und individuellen Dimensionen vorgestellt. Auch die angebliche 'Befreiung' und Kommerzialisierung des Sex nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein Beleg dafür, dass die sexuelle Begierde keine anthropologische Konstante darstellt.
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