Adnan ist 13 Jahre alt und lebt auf der tunesischen Insel Djerba. Seine Mutter ist arbeitslos, sein Vater nach einem Schlag auf den Kopf während einer Demonstration gegen den früheren Machthaber Ben Ali Invalide. Die Not der vierköpfigen Familie ist groß. Deshalb wird Adnan, der älteste Sohn, auf die glückverheißende Reise nach Europa geschickt. Er soll mit dem Boot nach Lampedusa geschleust werden und von dort weiter nach Frankreich, ins vermeintliche Paradies. Nach einer lebensgefährlichen Überfahrt in einem überfüllten Flüchtlingsboot erreicht Adnan gemeinsam mit der neugewonnenen somalischen Freundin Dhura, die ebenfalls allein unterwegs ist, die italienische Insel und später Deutschland. Dort wird es einen Neuanfang für ihn geben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2015
Eva-Maria Magel sieht im Jugendbuch von Iris Lemanczyk das Buch zur Lage. Was ein junger Flüchtling auf seiner Irrfahrt zwischen Djerba und Europa durchstehen muss, erlebt der Leser laut Magel hautnah mit. Die genaue Recherche und das schnörkellose Erzählen entlang tatsächlichen Schicksalen beeindrucken die Rezensentin am meisten. Vor allem, wenn Lemanczyk die Stationen der Flucht ohne Pathos, aber farbig genug ausmalt. Die Angst und das Heimweh der Figur rühren die Rezensentin. Einige wenige Passagen, wo die Autorin ihre Nüchternheit aufgibt, kann Magel dem Buch verzeihen. Ein Text, der in der Klasse und zu Hause für Gesprächsstoff sorgen wird, versichert sie.
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