Der kleine König sitzt in seinem kleinen Haus, auf seinem kleinen Stuhl und wartet. Wartet er auf ein Pferd oder auf einen Löwen? Nein, auf ihn wartet ein Buch, aus dem ein kleiner gelber Vogel geflattert kommt und mit ihm eine Reise in die Welt der Phantasie unternimmt. Anto-nie Schneider entwirft eine zärtliche Zaubergeschichte, in der Tiere sprechen können und Dinge eine Seele haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.11.2004
Rezensent Jens Thiele ist begeistert von diesem Bilderbuch, das sich in besonderem Maße auf kindliche Phantasiewelten und die "frühkindliche Weltsicht" einlasse: "So wie die unterschiedlichen Erlebnisebenen von kleinen Kindern nicht immer unterschieden werden können, durchdringen sich auch hier die Erzählebenen." Für den erwachsenen Leser ist diese Vermischung nach Meinung des Rezensenten an einigen Stellen verwirrend, doch das tut dem Buch nach Thieles Meinung keinen Abbruch. Es ist kurz und prägnant geschrieben und entspricht damit dem Verständnishorizont seiner Zielgruppe, meint er. Auch die reduzierte, grafische Umsetzung gefällt ihm ausgesprochen gut: "Dabei entstehen, insbesondere in der zweiten Hälfte des Buches, eigenartig leichte, surreale Bilder, die das Naive ebenso selbstverständlich beinhalten wie das Komische", lobt Thiele.
Ganz zauberhaft findet Elisabeth Hohmeister dieses Kinderbuch und empfiehlt es als "Gefährten" in ihrer überschwänglichen Rezension uneingeschränkt weiter. Erzählt wird die fabelhafte Reise eines kleinen Jungen, der im Traum zum König wird und "mit roter Nase und kreisrunden Wangen" durch eine fantastische Welt reist, in der dicke Schiffe ihn begrüßen, kleine Mädchen ihn bezaubern und große Osterhasen ihn beschenken. Als er erwacht, zeugt ein Osterei in der Zimmerecke davon, "dass etwas bleibt vom Erlebtem im Land der Bücher". Diese Geschichte in der Geschichte sei von Isabel Pin in "konsequenter Knappheit" illustriert und als "Augenreise" inszeniert. Die Rezensentin ist derart begeistert von Pins bildnerischem Talent, dass der Namen der Illustratorin fünf mal fällt, während sich die Autorin Antonie Schneider mit nur einer Nennung begnügen muss.
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