Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. In diesen 1911 entstandenen Erzählungen verdichtet Iwan Bunin Momentaufnahmen des russischen Dorfes am Vorabend des Ersten Weltkrieges und der Revolution. Oft erzählen seine Figuren selbst ihre Geschichte, so wie die Tochter eines ehemaligen Leibeigenen. Diese Menschen verbindet vielfach ein grausames Schicksal, das ihnen Widerstandsfähigkeit und Überlebenswillen abverlangt. Der aus dem verarmten Landadel stammende Bunin kannte das russische Dorf wie kaum ein Intellektuellerseiner Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2014
Gebannt von der Liebe des Autors zu seinen von Armut und Verzweiflung und Brutalität geschüttelten Figuren klappt Ilma Rakusa das Buch mit acht Erzählungen von Iwan Bunin zu. Ganz wie Tschechow scheint ihr der Autor hier den Menschen und seine Abgründe möglichst illusionslos auszuleuchten, etwas üppiger zwar und mit einem Funken Schönheit im Hintergrund, doch ebenso beklemmend präsent, ja deprimierend, wie Rakusa berichtet. Bunin schätzt sie nicht zuletzt, weil der Autor es unterlässt, Wege zu weisen, revolutionäre wie nostalgische. Weil er stattdessen bäuerliche Schicksale in ihrer ganzen Ambivalenz darstellt, differenziert und ohne Pathos.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2013
Zum Glück ist da die Natur in der wunderprächtigen Schilderung Iwan Bunins! Die vom Autor erzählten Geschichten von schlechten Zähnen und Parasiten, über die Bauernschaft im vorrevolutionären Russland, wären Jörg Plath anderenfalls recht trostlos erschienen. So allerdings, vor allem in der behutsamen Übersetzung durch Dorothea Trottenberg, umgeben von üppiger Natur, erscheinen dem Rezensenten die acht Texte von 1911 als Ausweis der Modernität des Autors, der hier, anders als in früheren Arbeiten, wie Plath weiß, mit erzählerischen Konventionen ringt.
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