Aus dem Englischen von Monika Köpfer. Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby: Als auf dem Bahnhof ein Londoner aus dem Zug steigt, weiß gleich das ganze Dorf Bescheid: Er ist der Restaurator, der das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche freilegen soll. Doch was steckt hinter der Fassade des stotternden und unter chronischen Gesichtszuckungen leidenden Mannes? Tom Birkin hat im Ersten Weltkrieg gekämpft, als traumatisierter Veteran wurde er von seiner Frau verlassen. Er hofft, in der Ruhe und Einfachheit Yorkshires zu gesunden. Und tatsächlich: Langsam gelingt es ihm, sich der Welt um sich herum zu öffnen, vielleicht sogar der Liebe …
J. L. Carr erzählt von einem Mann, der überlebt, und von der Rettung, die in uns wie den anderen liegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2016
Hingerissen ist Gustav Seibt von dieser Erzählung, die er als ein in seiner Diskretion überwältigendes kleines Meisterwerk feiert. Es ist nur ein Sommermonat auf dem Lande. Selbst in Nordengland hat sich die Sonne angesagt. Ein Kriegstraumatisierter, den ein Granatenschock des Ersten Weltkriegs zum Stotterer machte, muss in geduldiger Kleinarbeit ein apokalyptisches Wandgemälde in der Dorfkirche freilegen, und im Laufe der Geschichte, ohne dass es eigentlich groß erzählt wird, verschwindet sein Leiden in der Auseinandersetzung mit der Kunst, aber auch den liebenswürdigen Bewohnern des Dorfes. Seibt möchte gleich die weiteren Werke des hierzulande kaum bekannten, 1994 verstorbenen Autors lesen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2016
Knapp, aber hymnisch bespricht Friedhelm Rathjen J.L. Carrs bereits 1980 im englischen Original erschienene Novelle "Ein Monat auf dem Land". Erzählt wird die Geschichte des Restaurators Tom, der im Jahr 1920 in der britischen Provinz ein mittelalterliches Fresko rekonstruiert und analog zu den freigelegten Farbschichten stückweise hinter die verdeckten Schichten seiner eigenen Weltkriegs-Traumata blickt, resümiert der Kritiker. Dass die Geschichte bei so viel Gefühl nicht ins Sentimentale abgleitet, rechnet der Rezensent dem Autor, der seine Hauptfigur aus dem Abstand von sechzig Jahren mit leichthändiger Ironie zurückblicken lässt, hoch an. Ein virtuoses kleines Buch über das Wirken der Zeit, schließt er.
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