USA, 1968: Nixon und Humphrey kandidieren für das Präsidentenamt. Der Wahlkampf ist hart und geprägt von Verleumdung und Korruption. Die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, die Proteste von Schwarzen und Studenten wie auch der Vietnamkrieg bringen Unruhe in das Amerika jener Tage. In Los Angeles beschäftigt Scotty Bennett vom LAPD der ungeklärte brutale Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem mehrere Millionen Dollar und eine größere Menge Smaragde verschwanden. Je mehr er bei den Ermittlungen in die Nähe der Machtzentren gerät, desto gefährdeter ist seine Mission - und auch sein Leben. Steckte das FBI hinter dem Überfall? Flossen die Millionen in Nixons Wahlkampf? Was hat Howard Hughes Nixon versprochen? James Ellroy führt zu den Hintertreppen der Macht und besticht mit seiner radikalen Gesellschaftskritik, einer explosiven Mischung aus Verschwörung und Gewalt, Besessenheit, Sex und Drogen.
Mit leiser Enttäuschung legt Tobias Gohlis diesen dritten Teil von James Ellroys Verbrecher-Trilogie beiseite, die aus seiner Sicht insgesamt nichts weniger versucht hat, als eine Art enigmatische amerikanische Gegengeschichtsschreibung aus dem Geist der Paranoia zu betreiben. Doch dieser letzte Band desavouiert dieses Unternehmen mit seinem Versuch, gleichzeitig zu traditionellen Erzählmustern zurückzukehren, wie der Kritiker findet. Als Krimi funktioniert der Roman für ihn noch am besten, der mit Nixons Präsidentschaftskampagne beginne und mit dem Tod des FBI-Direktors Hoover ende. Speziell in Nebenplots und -figuren, die in sich betrachtet, der Kriminalliteratur Gohlis zufolge neue Dimensionen eröffnen. Allerdings zu dem Preis, dass es eben ein Krimi bleibt und nicht das gewünschte und angesteuerte Format einer Gegenfiktion zur amerikanischen Geschichtsschreibung erreicht.
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