Aus dem Englischen von Gabriele Gockel, Sonja Schuhmacher und Claus Varrelmann. Erstmals in der Geschichte besitzt der Mensch die Fähigkeit, die eigenen Gene zu verändern. Die Möglichkeiten, die daraus erwachsen, sind verlockend: Krebs ließe sich heilen, die Alterung aufhalten, Erbkrankheiten wären zu verhindern. Unüberschaubar aber sind zugleich die biologischen Folgen und moralischen Konsequenzen. Das wird, davon ist der amerikanische Technologie-Experte Jamie Metzl überzeugt, die Menschheit nicht aufhalten: Bisher hat sie noch jede einmal entwickelte Technologie auch angewendet. Und würden wir nicht alles tun, um unseren Kindern und uns selbst Leid und Krankheit zu ersparen? Jamie Metzl bringt uns mit konkreten Szenarien die Gentechnik ganz nah: Wollen wir unsere Kinder zukünftig genoptimieren, die Zeugung in die Petrischale verlagern und unsere Lebenszeit verlängern? Über Gentechnik reden, heißt nicht nur über Wünsche und Erwartungen, sondern auch über Regeln und Grenzen zu reden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.01.2020
Nicht viel hat Rezensent Michael Lange an Jamie Metzls "Der designte Mensch" auszusetzen: Lebendig, einfühlsam, fachkundig und verständlich erzähle der Technologe und Buchautor über moderne Fortpflanzungsmedizin und Gentechnik. Für den Rezensenten liegt Metzls Absicht klar darin, mit einem Weckruf eine Diskussion über die Folgen der Gentechnik anzuregen. Der Autor fürchtet eine "Menschenzucht in bester Absicht", gegen die er ethische Bedenken hegt, fasst Lange zusammen. Der Rezensent bemängelt allerdings, dass wesentliche Begriffe wie "das menschliche Gen" unklar bleiben oder andere gar "sachlich falsch" in die deutsche Übersetzung eingegangen sind. Insgesamt kann Metzl den Rezensenten trotzdem überzeugen, der sich auch in Europa eine verstärkt bioethische Debatte wünscht.
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