Das politische System der römischen Republik war durch zwei Spannungsfelder gekennzeichnet: Da es keinen Geburtsadel gab, sondern gesellschaftlicher Rang durch politische Betätigung erst erworben werden musste, bestand ein Konkurrenzkampf unter den Mitgliedern senatorischer Familien. Diesem stand die Herstellung von Entscheidungen durch Konsens gegenüber, d.h. durch Verhandlungen, die mit weitgehender Einmütigkeit enden mussten. Vertrauen in das Gegenüber wie in die Leistungsfähigkeit des politischen Systems war eine wesentliche Bedingung für die Gleichzeitigkeit von Konkurrenz und Konsens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2017
Uwe Walter lernt bei Jan Trimmer etwas über die Tragfähigkeit von Vertrauen im politischen Zusammenhang. Einschlägige Theorien und Forschungen zum Thema von Luhmann bis zur Spieltheorie erschließt ihm der Autor in Form von Kondensaten. Dass Trimmer auf wissenschaftlichen Jargon nicht verzichtet, findet Walter schade, auch, da dem Buch ein Glossar und ein Register fehlen, wie er vermeldet. Gut gefallen hat ihm, wie Trimmer sich gegen kurzschlüssige Ethisierungen bei der Betrachtung von Vertrauen und seiner generalisierten Aggregatzustände wendet. Ein sperriges Buch, meint er, aber ungemein klug und den Blick schärfend für gegenwärtige gesellschaftliche wie politische Entwicklungen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…