Aus dem Englischen von Andrea Ott. Mit einem Nachwort von Elfi Bettinger. Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Lande, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. So schlägt sie den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers aus. Neue Hoffnungen schöpft die Familie, als der attraktive Gutsbesitzer Darcy, ein Junggeselle aus besten Kreisen, im benachbarten Herrenhaus zu Gast ist. Doch seine stolze Zurückhaltung wird ihm als Standesdünkel ausgelegt. Auch Elizabeth lässt sich vom äußeren Anschein täuschen. Erst als sie ihre Vorurteile und Darcy seinen Stolz abzulegen lernt, kann sich das Hochzeitskarussell wieder drehen. In ihrem zweiten und populärsten Roman, 1813 erschienen, zeichnet Jane Austen Figuren von unübertroffener Lebendigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2004
Das weitverbreitete Urteil, Ursula und Christian Grawes Übersetzung von Jane Austens Roman "Pride and Prejudice" sei die beste, gilt es nun zu revidieren, meint die Rezensentin Susanne Ostwald angesichts der "funkelnden Neuübersetzung" von Andrea Ott. Zum einen werde Otts frische Sprache Austens meisterhaften Dialogen gerecht, deren temporeichem "brillanten Parlandostil", und zum anderen arbeite sie die Figur der Elizabeth, die Austen selbst so sehr am Herzen lag, konturierter heraus. Elizabeth erscheine weit "temperamentvoller" als in den vorangegangenen Fassungen, ihre "Gewitztheit" überzeuge, weil sie "spontan" wirke und nicht, "als hätte jemand lange an der spitzestmöglichen Formulierung gefeilt". Schließlich sei Otts Fassung frei von etwas, das auch Austens Schreiben "fremd" sei, nämlich von "Steifheit", so das abschließende Lob der höchst erfreuten Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Mit Freude hat Hans Pleschinski diesen Roman Austens in der Neuübersetzung gelesen. Nachdem er dankbar des Verlags gedacht und die Übersetzerin für ihre "frisch und perlend" daherkommende Übertragung gepriesen hat, wendet er sich begeistert diesem Roman zu. Er ist hingerissen von dem "Wunder", das die englische Autorin vollbringt, die Spannung um das "wer bekommt wen" der britischen gehobenen Schicht auf dem Lande bis zum Schluss aufrechtzuerhalten, und er betont, dass dazu nicht einmal Spektakuläres wie Duelle oder "romantische Todesfälle" von Nöten sind. Pleschinski preist die "feine, klare, unprätenziöse Seelenbeobachtung" Austens und ist ihr deshalb auch nur ganz kurz ein wenig "gram", dass sie politische und soziale Hintergründe völlig aus ihrer Geschichte ausblendet.
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