Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Reportagen
Edition Tiamat, Berlin 2026
ISBN
9783893203413 Kartoniert, 200 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Mit Fotos von Lee Miller, einem Vorwort von Ingo Müller und einem Nachwort von Klaus Bittermann. Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess fand vor 80 Jahren, vom 20. November 2045 bis 1. Oktober 2026, im Justizpalast in Nürnberg statt. Drei berühmte Reporterinnen haben dem Prozess beigewohnt und auf eindrucksvolle Weise die lähmende Atmosphäre im und außerhalb des Gerichtsgebäudes beschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2026
Rezensent Kim Christian Priemel empfiehlt die hier versammelten Texte dreier Reporterinnen, die neben vielen anderen zwischen 1945 und 1946 von den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen berichteten. Ausgewählt wurden für den Band Beiträge von Rebecca West, Janet Flanner und Martha Gellhorn. West war zwar die "schillerndste" Autorin dieser Gruppe, aber in Priemels Augen nicht die interessanteste. Ihre Texte gefallen ihm durchaus, wo sie Gespräche mit deutschen Zivilisten führt und deren "Larmoyanz" vor Augen führt. Genauer, auch schärfer beschreibt allerdings Flanner den Prozess, findet der Kritiker. Mit besonderem Interesse liest er aber vor allem Gellhorns Schilderungen, nicht nur wegen ihrer psychologisch präzisen Porträts, sondern auch, weil sie mit Blick auf die Schlussplädoyers herausarbeitet, dass der damals noch nicht so bezeichnete Holocaust als Kern der deutschen Schuld erkannt wurde. Insgesamt finden sich in diesem Band viele schlüssige Diagnosen den Prozess und auch die Geisteshaltung der Deutschen in der Nachkriegszeit betreffend, meint der angetane Rezensent.
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