Die strafrechtliche Ahndung des durch die Justiz im Dritten Reich begangenen Unrechts gilt als gescheitert. Obwohl im nationalsozialistischen Deutschland der "Dolch des Mörders unter der Robe des Richters verborgen" war, wurde nach dem Krieg kaum ein Vertreter der Justiz verurteilt. Dieser Umstand wurde vielfach vereinfachend mit der biografischen Belastung der nach 1945 über ihre ehemaligen Kollegen urteilenden Richter erklärt. Zu wenig Beachtung fand bisher die rechtliche Argumentation, die den Urteilen zugrunde lag und die sich vor allem auf eine aus dem Straftatbestand der Rechtsbeugung abgeleitete Privilegierung stützte. Alexander Hoeppel analysiert die Strafrechtsdogmatik der nach 1945 gefällten Urteile, zeichnet die bis zum heutigen Tage fortlaufenden Entwicklungslinien nach und bewertet sie als "strafrechtliche Selbstimmunisierung".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2020
Rezensent Kai Amos hält Alexander Hoeppels Untersuchung der strafjuristischen Aufarbeitung des NS-Justizunrechts mittels rechtsdogmatischer Urteilsanalyse für verbesserungswürdig. So hätte eine zielgerichtete Straffung der grundlegenden rechtsphilosophischen, methodologischen und strafrechtsdogmatischen Passagen dem Text laut Ambos gutgetan. Rechtsphilosophische "Bemühungen" etwa hält der Rezensent im vorliegenden Kontext für verzichtbar. Ein wesentliches Manko der Arbeit liegt für ihn im Verzicht auf einen Vorschlag eines "konkretisierten Rechtsbeugungstatbestands".
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