Aus dem Lettischen von Bettina Bergmann. Janis Jonevs entführt den Leser in eine skurrile Welt: in die Provinz, die den Aufbruch spürt, zu den Jugendlichen, die auf die großen Ereignisse in ihrem Leben warten, in die aufgelassenen Bunker, in denen Konzerte stattfinden, und zu den versteckten Tauschbörsen für Musik-Kassetten. Er erzählt als Beobachter, der mitten drin im Geschehen steckt, aber dann auch den Abstand gewinnt, um mit einem Hauch Nostalgie auf die Ereignisse und die Zeit zurückzublicken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2023
Rezensent Jan Brachmann nimmt eine Fülle von neuen Übersetzungen aus dem Lettischen zum Anlass, zwei Bücher aus Lettland einmal näher vorzustellen: Zum einen ist da der Jugendroman "Jelgava 94" von Jānis Joņevs, der den interessanten Clou aufweist, dass der Ich-Erzähler sein Leben kurz nach der Zusammenbruch der Sowjetunion aus einer Distanz von zwei Jahrzehnten betrachtet und kommentiert. Dem Kritiker gefällt, wie spaßig und rührend da über Drogen, Musik und verklemmte Sexualmoral im Post-Sowjet-Staat gesprochen wird. "Ein Schelmenroman im Metalhead-Milieu", wie er begeistert bekundet.
Musik, Jugend, Alkohol, Alltagsfluchten aus der provinziellen Leere. Das sind für den Rezensenten Tobias Lehmkuhl Themen, die die Figuren von Jānis Joņevs' lettischem Coming-of-Age-Roman über Ländergrenzen hinweg mit anderen Jugendlichen verbinden. Er lobt die Universalität der Tristesse einer Stadt, in der für Jugendliche nichts passiert. Dieses Gefühl der Trostlosigkeit vermittelt der Protagonist selbst, den Lehmkuhl in seiner Kritik ausführlich zu Wort kommen lässt. Er findet es "stimmig", dass die Sprache ihren Rhythmus an der Musik geschult hat, die so einen wichtigen Teil des Romans ausmacht. Besonders begeistert den Kritiker, dass es sich bei "Jelgava 94" um ein Jugendbuch nicht nur für Jugendliche handelt. Berührend, ohne kitschig zu werden, resümiert er.
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