Janus Gudian zeichnet in seiner Biografie das Leben und Wirken von Ernst Kantorowicz nach. Deutsch-national gesinnter Jude, Kriegsfreiwilliger im und Freikorpskämpfer nach dem Ersten Weltkrieg, "Jünger" des Dichters Stefan George, Professor für mittelalterliche Geschichte in Frankfurt am Main, Berkeley und Princeton: Wie kaum ein anderer steht Kantorowicz (1895-1963) für die Ambivalenzen im "Zeitalter der Extreme".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2014
Ein Leben wie ein Bildungsroman, findet Rezensent Jürgen Kaube angesichts von Janus Gudians Biografie über den Historiker Ernst Kantorowicz, über dessen politische Wandelbarkeit vom Kommunisten verachtenden Dandy zum McCarthy-Kritiker der Rezensent nur staunen kann. Bei Gudian erfährt Kaube, wie Kantorowicz den George-Kreis verewigte, in Frankfurt lehrte und bald darauf in die USA auswanderte. Für Kaube geschieht das nicht immer mit der nötigen Distanz des Autors zu seinem Objekt, doch lehrreich, quellenstark und anregend genug, um das Buch zu mögen.
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