"Sprachenkampf in Böhmen" -diese Formel war im 19. Jahrhundert der Inbegriff für das Streben nach sprachlicher Gleichberechtigung in der k.u.k. Monarchie. Die vorliegende Studie zeigt, dass die "Sprachenfrage" auch nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 eine der fundamentalen Determinanten des Verhältnisses zwischen Tschechen und Deutschen und eines der wichtigsten Konfliktfelder im "Nationalitätenkampf" darstellte. Die Untersuchung zeichnet auf einer breiten Quellengrundlage die Entwicklung des Sprachenrechts in der ersten Tschechoslowakischen Republik nach. Sie analysiert vor allem auch seine Umsetzung in die Praxis und die vielfältigen Auswirkungen auf die Entwicklung des "nationalen Besitzstandes" der Deutschen in den böhmischen Ländern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2000
Eine uneingeschränkte Empfehlung spricht Monika Glettler für dieses Buch aus. Der Autor habe sich mit seiner Untersuchung "große Verdienste erworben", so die begeisterte Rezensentin. Die Sprachenpolitik der tschechoslowakischen Regierung sei in der Forschung bisher kaum untersucht worden, zudem werte der Autor Archivmaterial teilweise zum ersten Mal aus, weshalb Glettler die Studie begrüßt. Kucera argumentiere stringent und interpretiere seine Erkenntnisse ohne Polemik, was ihm die Zustimmung der Rezensentin einträgt. Und so betont Glettler zum Schluss, dass gerade angesichts der Missstimmung zwischen der Bundesrepublik und der Tschechischen Republik, die durch die jüngsten Forderungen der Sudetendeutschen ausgelöst wurden, dieses Buch notwendig sei.
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