Javier Tomeo

Hotel der verlorenen Schritte

Erzählungen
Cover: Hotel der verlorenen Schritte
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783803112415
Gebunden, 96 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Heinrich von Berenberg. Der spanische Meister des schwarzen Humors beschreibt in seinen neuen Erzählungen Dinge, die wir bislang für unmöglich hielten: Ein Touristenhasser entdeckt Marsmenschen, ein friedlicher Nachbar sieht sich einem feindlichen Heer gegenüber. Zwei Männer in einem Cafe streiten darüber, wessen Vater den besseren Beruf hatte, der Boxer oder der Zuckerbäcker? Wie in "Mütter und Söhne", dem vielfach dramatisierten Buch von Javier Tomeo, spielen hier wieder Mütter und auch Väter eine große Rolle. In der Titelerzählung betritt ein Mann in verschiedenen Verkleidungen das immergleiche Hotel. Er ist der einzige Gast, will aber den Portiers vortäuschen, dass er sich in Gesellschaft befindet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2007

Der Rezensent Martin Krumbholz findet Javier Tomeos Protagonisten ausgesprochen unterhaltsam. Der hat nämlich eine narzisstische Wahrnehmungsstörung, bezieht jedes Ereignis "strikt" auf sich und hat sich aus diesem Grund viele verschiedene Identitäten zurechtgelegt - was es für den Rest der Welt natürlich nicht leicht macht, mit ihm zurechtzukommen. Dieses Szenario hat Tomeo im "Hotel der verlorenen Schritte" zu einer nicht versiegenden Humorquelle gemacht. "Paranoiker dieser Provenienz können schon ziemlich amüsant sein", findet Krumbholz jedenfalls.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2007

Als hübsches Geschenk empfiehlt Hans-Martin Gauger dieses Buch Javier Tomeos. So vorzüglich ihm die Übersetzung der im spanischen Original bereits 2002 und 2004 erschienen Erzählungen vorkommt und so bemerkenswert vergnüglich er die Lektüre auch gefunden hat, vom Hocker reißt ihn das alles nicht. Muss es aber auch nicht. Gauger nämlich unterhält sich mit den Texten nicht nur nie unter Niveau ("Tomeo ist ein Schalk"), sondern stößt mitunter auf eine surrealistische Vorstellungswelt, die er von Kafka und noch mehr von Bunuel her kennt.
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