Ignacio Martinez de Pison

Mein Vater, die Göttin und ich

Roman
Cover: Mein Vater, die Göttin und ich
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2006
ISBN 9783455047127
Gebunden, 287 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

"Mein Vater war stolz auf die Göttin: ein Citroën DS 19 mit Madrider Kennzeichen, den er gebraucht gekauft hatte. Da die Göttin groß, schwarz und ein ausländisches Fabrikat war, betrachtete mein Vater sie als Wagen der Oberklasse. Ich fand das Auto widerlich." Nicht nur in Sachen Autos sind Vater und Sohn unterschiedlicher Meinung. Auch bei den Themen Frauen, Tattoos, Musik und Hunde kommen sie nicht auf einen Nenner. Gemeinsam mit der Göttin - ihrem einzigen Besitz - sind sie unterwegs im Spanien der 70er Jahre. Ihr Leben ist ein stetes Umziehen von Ort zu Ort, von Ferienwohnung zu Ferienwohnung, bevorzugt im Winter, wenn die Strände leer und das Wohnen billig ist. Viel zu sagen haben sich der pubertierende Felipe und sein stets in krumme Geschäfte verwickelter Vater nicht. Erst als die beiden plötzlich getrennt werden und Felipe auf einmal ein ganz "normales" Leben bei seinen Verwandten führt, verändert sich sein Blick auf den Vater.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2007

Zu einem Urteil über diesen pikaresken Roman kann sich Walter Haubrich zwar nicht durchringen, aber in seiner Beschreibung der Handlung schwingt eine gewisse Sympathie mit. Und es scheint ihm Respekt abzuringen, dass Ignacio Martinez de Pison zu den spanischen Schriftstellern gehört, die ohne viel Aufhebens um ihre Person jedes Jahr einfach wieder ein neues Buch abliefern. In "Mein Vater, die Göttin und ich" nun schlagen sich Vater und Sohn in einem gebrauchten Citroen DS und mit kleineren Gaunereien von Stadt zu Stadt durch, bis sie in die Geburtsstadt des Vaters kommen, wo der Vater ins Gefängnis kommt. Sohn Felipe bekommt Anschluss an den Rest seiner bürgerlichen Familie, die er jedoch nicht wirklich zu schätzen weiß, höchstens die Erbschaft der Großmutter. Der Rezensent vermerkt positiv die "trockene, manchmal ironische Darstellung", an der ihm auch die "völlige Illusionslosigkeit" auffällt.
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