Jay Tuck

KI und der moderne Krieg

Wie künstliche Intelligenz die russische Armee besiegen kann
Cover: KI und der moderne Krieg
Econ Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783430211116
Gebunden, 208 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Der Krieg in der Ukraine setzt neue Maßstäbe in der militärischen Auseinandersetzung. Smarte-Waffen, intelligente Raketenabwehrsysteme, tragbare und infrarotgelenkte Panzerabwehrlenkwaffen, Satelliteninformationen, Standorterkennungen der Handys von Soldaten oder Drohnen, entscheiden über Leben oder Tod, Sieg oder Niederlage. Der Kriegsreporter und Rüstungsexperte Jay Tuck schreibt über seine persönlichen Erfahrungen in der Ukraine und seiner vorherigen Einsätze im Irak, er vergleicht die Funktion der jeweiligen Waffensysteme und Strategien und misst ihre Wirksamkeit an der brutalen Realität des Schlachtfeldes. Denn die Bilder, die wir sehen, spiegeln nicht, welche wichtige Rolle Information, Desinformation, digitale Infrastruktur, intelligente Waffensysteme, technologische Überlegenheit und Künstliche Intelligenz spielen und wie sehr sie den Ausgang des Krieges bestimmen werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2024

Komplett glücklich wird Rezensent Ralph Rotte nicht mit Jay Tucks Buch über die Rolle von KI im Ukrainekrieg. Unter anderem kritisiert Rotte, dass der Journalist erst nach über der Hälfte des Buchs überhaupt auf KI zu sprechen kommt, davor behandelt er vielmehr die Entwicklung der Waffentechnik seit den Neunzigerjahren und kommt dabei auch auf eigene Kriegserfahrungen sowie das Persönlichkeitsprofil Wladimir Putins zu sprechen. Mit mehr Gewinn liest der Rezensent die Passagen, die tatsächlich KI-Waffensysteme thematisieren und zum Beispiel den Wert von Mustererkennung via Künstliche Intelligenz für militärische Manöver darlegen. Allerdings kommt, ärgert sich Rotte, das Buch sprachlich allzu simpel daher, teilweise schleichen sich auch begriffliche Ungenauigkeiten ein, etwa wenn Elon Musks Starling als ein "KI-Satellitensystem" beschrieben wird, was schlicht nicht stimmt. Ob solche Fehler auf Tuck oder auf die Übersetzung zurückzuführen sind, kann Rotte nicht entscheiden. Das Buch empfiehlt der Rezensent abschließend, freilich keineswegs uneingeschränkt, allen an der Materie interessierten als einen gut lesbaren Einstieg.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.01.2024

Kann mit künstlicher Intelligenz unterfütterte Waffentechnologie im Abwehrkrieg der Ukraine gegen Russland den Unterschied machen? Jay Tuck zeigt laut Rezensentin Vera Linß in seinem Buch zum Thema jedenfalls auf, dass die Ukraine in diesem Bereich derzeit deutliche Vorteile hat, was sich auch am jüngsten Kriegsgeschehen belegen lässt. Der Journalist Tuck beschreibt demnach die Wirkungsweisen zahlreicher KI-Waffen, erzähle jedoch keine bloße Technikgeschichte sondern komme auch auf seine eigenen Erfahrungen als Kriegskorrespondent zu sprechen, die er mit Hintergrundinformationen zum aktuellen Konflikt anreichert. Auf eine Prognose, ob KI der Ukraine tatsächlich zum Sieg verhelfen wird, will sich der Autor nicht festlegen lassen, bedauert Linß. Die Relevanz der neuen Technik für den weiteren Kriegsverlauf zeigt das Buch der Rezensentin zufolge gleichwohl mit Nachdruck auf.

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