Wenn Russland gewinnt
Ein Szenario

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN
9783406824487
Broschiert, 116 Seiten, 15,00
EUR
Klappentext
Sind wir die Nächsten? Carlo Masalas aufrüttelndes Szenario März 2028: Russische Truppen erobern die estnische Kleinstadt Narwa und die Insel Hiiumaa in der Ostsee. Der Angriff auf das Baltikum hat begonnen. Jetzt rächt sich, dass Europa nach dem Ende des Krieges in der Ukraine nicht aufgerüstet hat und wichtige Fähigkeiten fehlen. Gilt Artikel 5 der NATO? Wie wird sich die Allianz entscheiden? Riskiert sie den Atomkrieg?Wir haben uns daran gewöhnt, dass am Ende alles gut ausgeht. Aber was, wenn nicht? Was, wenn Russland gewinnt? Es ist nur ein hypothetisches Zukunftsszenario, das der renommierte Politikwissenschaftler und Militärexperte Carlo Masala in seinem neuen Buch entwirft - aber es zeigt auf besonders drastische Weise, was heute auf dem Spiel steht.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
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Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 12.07.2025
Als eine erschreckende aber außerordentlich ergiebige Lektüre beschreibt Rezensent Ulrich Gutmair Carlo Masalas "Was wäre wenn"-Szenario. Der Politikwissenschaftler Masala schreibt dieses Buch, stellt Gutmair klar, um zu verhindern, dass das beschriebene Szenario eintritt, nur leider erscheint es derzeit nur allzu realistisch, dass es so oder so ähnlich tatsächlich kommen wird. Die Ukraine muss sich in Masalas dystopischer Vision Russland geschlagen geben und ihre NATO-Ambitionen begraben, in Russland übernimmt nach Putin ein neuer Präsident, der Tauwetter predigt, aber knallhart aufrüstet und schließlich Estland attackiert, worauf eine inzwischen durch Rechts- und Linkspopulisten geschwächte NATO nicht angemessen zu reagieren weiß. Damit ist, erläutert Masala laut Gutmair, Russland am Ziel, die europäische Sicherheitsordnung hingegen im Eimer. Gutmair gleicht das Gelesene mit der Realität ab und stellt fest, dass es jede Menge Parallelen gibt. Wer die Dringlichkeit der Lage begreifen will, sollte unbedingt Masala lesen, fordert der Rezensent abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2025
Rezensent Oliver Kühn wünscht sich, dass jeder Politiker dieses Buch liest. In ihm entwirft Carlo Masala ein Szenario, von dem der Autor selbst hofft, dass es nicht eintritt: Russland gewinnt, rekonstruiert Kühn anhand der Lektüre, den Ukrainekrieg, annektiert Teile des Landes, verhindert dauerhaft dessen Beitritt zur Nato - und der Westen reagiert nicht. Aufrüstungspläne scheitern an mangelndem Rückhalt in der Bevölkerung, so setzt sich diese Fiktion laut Kühn fort, und wenn Putin dann in Estland einmarschiert, verteidigt die Nato ihr eigenes Gebiet nicht. Masala schreibt das Buch natürlich als Warnung, stellt der Rezensent klar, der Autor möchte, dass der Westen erkennt, dass es Russland nicht nur um die Ukraine, sondern um eine neue Weltordnung geht und dass ein Bewusstseinswandel im Westen inklusive Auf-, beziehungsweise partieller Nachrüstung dringend geboten ist. Krieg verhindert, wer sich für den Krieg rüstet - das sieht auch der dem schmalen Buch durchweg gewogene Rezensent so.