Herausgegeben von Helmut Pfotenhauer, Norbert Miller und Markus Bernauer. Jean Paul, vor allem bekannt als der Autor herrlich versponnener Bücher, tritt hier auf als der Meister der kleinen Kunstform. Seine Liebesbriefe an Charlotte von Kalb, Emilie von Berlepsch oder Caroline von Feuchtersleben gehören zum Schönsten, was in Deutschland zwischen Klassik und Romantik geschrieben wurde. Andere Briefe, etwa die an Jacobi oder Tieck, folgen anderen literarischen Mustern: mal lehnt er sich an die Dialoge von Platon an, mal an die Essais von Montaigne. Während der Arbeit an seiner Jean-Paul-Biografie hat Helmut Pfotenhauer gemeinsam mit Markus Bernauer und Norbert Miller das Schönste aus Jean Pauls riesigem Briefwerk ausgewählt und mit Erläuterungen für heutige Leser versehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2013
Welch bedeutende Rolle vor allem Briefe im Leben des Dichters Jean Paul spielten, hat Rezensent Alexander Kosenina nun in dem von Jean-Paul-Kenner Helmut Pfotenhauer herausgegebenen Buch "Erschriebene Unendlichkeit" nachgelesen. Jean Paul habe Briefe nicht als Gebrauchsmedien, sondern als Literatur betrachtet, erfährt der Kritiker, der sich während der Lektüre oft bestens amüsiert hat: Der Dichter neigte dazu, auch schriftlich mit im Raum Anwesenden zu korrespondieren - so gratulierte er etwa seiner Frau in der gleichen Wohnung brieflich zum Geburtstag oder unterhielt sich am Tisch mit ihr auf dem Blatt, berichtet Kosenina. Diese herausragend kommentierte Briefauswahl, die auch die vom Empfänger stets ignorierten Briefe an Goethe enthält, hat der Kritiker mit Gewinn gelesen.
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